Verlangt Ihr Unternehmen, krank zur Arbeit zu kommen?

Winterzeit ist Erkältungszeit; manche kämpfen sogar mit einer Virusgrippe. Angesteckt ist man schnell: von einem schniefenden Kollegen oder mit einem Magen-Darm-Infekt, der durch die Abteilung geht. Eine Studie der Unternehmensberatung Booz & Company im Auftrag der Felix-Burda-Stiftung ergab, dass kranke Mitarbeiter dem Unternehmen doppelt so viel kosten wie gesunde. Zusätzlich stecken sie gesunde Kollegen an, die wiederum erheblich weniger produktiv sind. Krankheiten können auf diese Weise verschleppt werden; im schlimmsten Fall werden sie chronisch oder ziehen Folgeschäden nach sich. Die Burnout-Gefahr und das Risiko, aus Gesundheitsgründen früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden zu müssen - mit all den sozialen und finanziellen Folgen - steigen nachweislich.

Diese Erkenntnisse haben sich allerdings noch nicht bei den Führungskräften herumgesprochen. Sie sehen nicht, dass die Haltung des Unternehmens zur Gesundheit der Mitarbeiter ein erheblicher Vorteil in der Rekrutierung guter Fachkräfte ist. Wo Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung angeboten werden, sehen die Mitarbeiter, dass ihre Gesundheit dem Unternehmen wichtig ist. Dies erhöht die Mitarbeiterbindung. In Zeiten des Fachkräftemangels werden sich gut qualifizierte Mitarbeiter immer für die Firma mit gesunder Führung entscheiden.

In vielen Unternehmen herrscht hingegen die Auffassung, dass man sich krank und mit Medikamenten vollgepumpt zur Arbeit schleppen soll. Oft wird dies auch von Vorgesetzten kommuniziert. Dies erhöht den Druck im bei allen Mitarbeitern, vergiftet das Betriebsklima und sorgt für eine geringere Produktivität. Was ist eigentlich die eigene Arbeitsleistung und was sind Sie als Mitarbeiter dem Unternehmen wert, wenn Sie entlassen werden, weil Sie eine Erkrankung wie einen Infekt auskurieren? Andererseits muss auch bei vielen Angestellten die Einsicht wachsen, dass sie bis ins hohe Alter arbeiten werden und sich entsprechend fit halten müssen.

Gehen Sie krank zur Arbeit und haben Sie Konsequenzen zu befürchten? Würden Sie sich Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung wünschen, damit Sie sich gesund halten können?