Die 500 besten Coachingfragen. Das große Workbook für Einsteiger und Profis zur Entwicklung der eigenen Coaching-Fähigkeiten. Martin Wehrle, ManagerSeminare, Edition Training aktuell 2012.

Ein qualitativ gutes Coaching besteht aus guten Fragen, die den Coachee überraschen und zum Weiterdenken und Entwickeln anregen. Der erfahrene Karrierecoach Martin Wehrle hat nun ein Buch vorgelegt, das eben diese Fragen beinhaltet: schön zu lesen und in seiner Bildhaftigkeit wirklich überraschend! So räumt er mit den vorhersehbaren Fragen auf, wie: Was würden Sie tun, wenn ein Wunder geschieht? Denn das besagte Wunder kennen bereits viele Coachees aus vorangegangenen Coachings und so könnte die immer gleiche Frage auf Ablehnung statt auf Weiterdenken stoßen und das Coaching erlahmen lassen.

Wehrle gibt für Einsteiger und erfahrende Coachs einen fundierten Einblick in das überraschende, wirkungsvolle, da bildhafte Fragen im systemischen Coaching. Er teilt die Fragekapitel ein in hypothetische Fragen, zirkuläre Fragen und Fragen zum System, Refraiming-Fragen, Ressourcen-Fragen, Ziel- und Lösungsfragen, Feedback-Fragen, Vertiefungs-, Differenzierungs- und Präzisierungsfragen, provokante und paradoxe Fragen, ökologische Fragen, intuitions-Fragen und emotionalisierende Fragen sowie Fragen zum Praxistransfer.

In den Kapiteln geht es um typische Fragestellungen eines Coachings: ein Abteilungsleiter, dessen Mitarbeiter ihn kaum beachten, die er aber aktiv hinter sich wissen möchte oder berufliche Veränderungswünsche, die bekanntermaßen sehr häufig im Coaching thematisiert werden.

Praktisch ist die Übersicht der Fragen zu Beginn eines jeden Kapitels. Hieran kann sich der Leser bereits an den Inhalten orientieren und in das jeweilige Kapitel hereinlesen. Die einzelnen Kapitel sind so gegliedert, dass zunächst die typische Problematik eines Coachings beschrieben wird wie z.B. dass sich der Coachee vorstellt, sein Coach sei nun für die Veränderung zuständig und nicht er selbst. So soll er gefragt werden, was er denn täte, wenn plötzlich alle Berater und Coachs vom Erdboden verschluckt wären? Sicherlich überraschend und anregend für den Coachee, um selbst wirksam zu werden und an seine eigenen Möglichkeiten zu glauben. Hierauf folgen vertiefende Fragestellungen. Auch auf schwierige Coachingsituationen geht der Autor ein, wenn der Coachee in diesem Beispiel sagt, dass er ohne einen Coach alles versucht habe und nun seine Pläne begraben müsse. Um ihn dennoch auf seine Lösungsfähigkeit hinzuweisen, gibt der Autor Vorschläge für Fragen, die das Coaching schließlich erfolgreich weiter bringen.

Jede Fragesituation enthält auch Möglichkeiten für den Leser, eigene Ideen zu entwickeln und die Zusammenhänge zu erarbeiten, in denen man selbst arbeiten möchte. Deren Durcharbeitung ist auf jeden Fall empfehlenswert, um das Wissen zu verankern und die Möglichkeiten, die in diesem Buch gegeben werden, wirklich nutzen zu können. Neben den zahlreichen Metaphern, die beim Coachee hängen bleiben, begegnet der Leser sich oft mit seinen eigenen Fragen selbst. Auch hierfür ist das Buch eine Quelle für (Selbst-) Entdeckungen und eine große Bereicherung für das eigene professionelle Coaching. Ein paar Fragen habe ich selbst schon mit Erfolg ausprobiert und das Coaching konnte so wirklich profitieren. Durch die Anschaulichkeit und die Vielzahl an Möglichkeiten, das Coaching in überraschende Bahnen zu lenken, ist das Buch unverzichtbar für jeden Coach, der seine Fragen als Werkzeug entwickeln möchte!