Fehlzeiten-Report 2012. Gesundheit in der flexiblen Arbeitswelt: Chancen nutzen – Risiken minimieren. Zahlen, Daten, Analysen aus allen Branchen der Wirtschaft.

 

Immer erreichbar, Arbeit und Freizeit fließen zusammen, mobil und flexibel einsetzbar: das ist Realität für viele Beschäftigte. Dieser muss sich flexibel auf das einstellen, was die Unternehmen von ihm wollen. Der Fehlzeitenreport zeigt, welche Folgen das für den Einzelnen haben kann. Die Arbeitsverhältnisse gestalten sich immer individueller, freie Mitarbeit wird häufiger, ein Wechsel üblich. Dies bringt gesundheitliche Belastungen für die Beschäftigten mit sich.  Der Fehlzeitenreport zeigt eindringlich, wie sehr die individualisierte Arbeitswelt die Gesundheit der Menschen belastet.

In den letzten Jahren hat sich die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit aufgehoben. Die Folgen blieben nicht aus; viele Menschen klagen darüber, dass sie nicht abschalten können. Die Freizeit besitzt dann nur noch einen geringen Erholungswert. Hierzu wurden Studien von den Autoren durchgeführt. Sie weisen aus, dass Arbeiten ohne abzuschalten innerhalb von 4-6 Monaten zur Erschöpfung bis in die Nähe eines Burnouts führt.

Arbeitsunterbrechungen belasten wie Telefonate, Emails und andere Störungen. Qualitativ hochwertige Arbeiten lassen sich nur ungestört erledigen. Die Unterbrechungen führen zu körperlichen und seelischen Beschwerden.

Mobilität ist nach dem Fehlzeitenreport ebenso krankmachend. Je weiter die Beschäftigten pendeln müssen, umso höher ist ihre Belastung. Die betriebliche Gesundheitsförderung muss auch diese Belastungen im Blick behalten.

Viele Menschen arbeiten in flexiblen und individuellen Arbeitsverhältnissen. Sie sind durch die Unsicherheit der Verträge und teils prekären Beschäftigungen besonders gesundheitlich belastet. Jedoch erfasst eine betriebliche Gesundheitsförderung nur die fest angestellten Mitarbeiter. Hier liegt ein Nachholbedarf vor, denn wenn die freien Mitarbeiter aus der betrieblichen Gesundheitsförderung heraus fallen, kann das Unternehmen nichts für ihre Gesundheitssteigerung tun. Damit vertut es eine Chance, weil Fehlzeiten dieser Mitarbeiter sich ebenso negativ auf die Produktivität auswirken wie bei den fest angestellten.

Die Studie weist auf Lösungen hin; so empfiehlt man, der zeitlichen und räumlichen Flexibilität Grenzen zu setzen. Ein gesunder Mitarbeiter beachtet seine Gesundheit, seinen Familien- und Freundeskreis und seine Sinne. So kann man Arbeitslasten nicht hinnehmen, die die Freizeit und Nachtruhe stören und damit die Erholung unmöglich machen. Wichtig ist die Sorge um sich selbst, wenn man einer Überforderung entgehen möchte.