Führungsfaktor Gesundheit. So bleiben Führungskräfte und Mitarbeiter gesund. Anne Katrin Matyssek. Gabal 2010.

 

Sie arbeiten am Limit, wollen ihren Job besonders gut machen, aber plötzlich streikt die Gesundheit? Viele Führungskräfte merken, dass sich gesundheitliche und seelische Probleme in ihr Leben schleichen und ihre sozialen Beziehungen abkühlen.

Wie kann man also seine Arbeit engagiert machen, ohne dass man diesen Preis bezahlt? Antworten auf diese Frage gibt Katrin Matyssek in ihrem Buch. Nur eine gesunde Führungskraft kann auch wirklich führen. Sobald sie mit Problemen wie stärker werdendem Tinnitus, Magenverstimmungen und Schlafstörungen zu kämpfen hat, kann sie nicht mehr so fürsorglich mit den Mitarbeitern umgehen. Führungskräfte sollten wissen: Wie sie mit sich umgehen, hat Vorbildfunktion! Gerade im Umgang mit der eigenen Gesundheit. So sollte in der betrieblichen Gesundheitsförderung ein Augenmerk auch darauf gelegt werden, dass Führungskräfte so gut mit der eigenen Gesundheit umgehen, um Vorbild für die Mitarbeiter zu sein. Die Autorin beschreibt anschaulich wie das aussieht: Die eigene Arbeitszeit so zu begrenzen, dass man in der Freizeit etwas völlig anderes macht. Also nicht beruflich den PC nutzen und dann privat im Internet surfen und dann fernsehen. Mit so vielen Informationen kommt das Gehirn nicht zurecht. Rituale einführen; vor dem Schlafengehen etwas Ruhiges machen, aber nicht die Geschäftsmails lesen, um vorbereitet zu sein. Und wenn die Familie klagt, sie würde einen kaum noch zu Gesicht bekommen, ist das ein sehr ernstes Alarmsignal. Hier sollte man umdenken, denn es läuft vieles falsch.

Die Tipps weisen auf mehr Ausgleich hin. Dies sollte die Freizeit sein, um im Beruf Leistungen erbringen zu können. Je mehr es der Führungskraft gelingt, sich in der Freizeit mit etwas völlig Anderem zu beschäftigen, desto größer ist die Erholung. Damit ist erst die Voraussetzung gegeben, Mitarbeiter zu führen! Eine gestresste und gesundheitlich angeschlagene Führungskraft existiert, aber führt nicht mehr, weil dies nicht möglich ist. Die Autorin macht Vorschläge, wie ein Manager in einer sog. Sandwichposition Mitarbeiter führen sollte. Die Haltung ist hierbei entscheidend; wertschätzend zu sein kann nicht trainiert werden, dies muss als Haltung erworben werden. Sie beginnt beim Interesse für den anderen, geht über die Anerkennung seiner Arbeit bis hin zur Fürsorge in krisenhaften Situationen. Das Buch gibt Hinweise, wie eine Führungskraft ein positives, und damit motivierendes Arbeitsklima schaffen kann, wie sie Belastungen abfedert, konstruktiv Kritik äußert und aus einer Kränkungs-Rache-Spirale austeigen kann. Wichtig ist aber immer, dass die Führungskraft gesunden Egoismus zeigt und erst selbst Chef in seinem eigenen Leben wird. Ein Buch, das jede Führungskraft lesen sollte.