Gerald Hüther: Wie aus Stress Gefühle werden. Betrachtungen eines Hirnforschers. Vandenhoeck & Ruprecht, 4. Aufl. 2012.

Seine Erklärungen sind leicht zu verstehen und einleuchtend. Wer Erfolg hat kommt mit einer bestimmten Strategie gut voran. Aber was tun, wenn sich das Umfeld ändern und die anderen Menschen einem Knüppel zwischen die Beine werfen? Dann greifen die bisherigen Strategien nicht mehr und es entsteht Stress. Nur die Lebewesen konnten sich in einer veränderten Umwelt überleben, die mit Stress umgehen konnten. Die anderen wurden krank. Dies hieß für Tiere; sie überlebten und vermehrten sich oder starben aus.

Hüther beschreibt dies anhand von sehr praktischen Beispielen; wie Denkwege zu Straßen und Autobahnen werden. Pfade wachsen zu, die man selten begeht. So wird man einseitiger - wenn sich neue Anforderungen ergeben, weiß man nicht weiter. In solchen Notsituationen ist aber das Gehirn in der Lage, sich umzubilden. Alte Verbindungen lösen sich auf; neue bilden sich.

Der Bildband macht Lust auf mehr. Er liest sich leicht und die Fotos illustrieren die Gedanken. Sie spielen mit Farbe und Form, sind teils melancholisch; oft Natur- und Landschaftsaufnahmen. Die farbigen Ränder sollen zum Nachdenken anregen. Einzig das Bild auf Seite 26 der abgestorbenen Bäume hätte sich monochrom konvertiert viel besser gemacht.

So ist dem Autor und dem Fotografen ein Band zum Nachdenken oder Verschenken gelungen. Wer mehr über Hüthers Thesen lesen will, kann sich in weiteren Werken einlesen.