Resilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft. Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out. Christina Berndt

Resilienz nennt man die psychische Kraft, die einen Menschen aus einer deprimierenden Situation schneller wieder ins Gleichgewicht bringt. So kann der eine zerbrechen, während der nächste an der Krise wächst. In dem spannenden Sachbuch erfährt der Leser, woran er Resilienz erkennt, wie sie sich entwickelt und vor allem: wie er seine eigene Resilienz steigern kann. Denn nichts ist festgeschrieben; auch die stabilsten Persönlichkeiten können ihre Resilienz verlieren, wenn die Belastungen zu groß werden. Was macht also stark? Eine Kindheit, in der stabile Verhältnisse herrschen und die Kinder sich geliebt fühlen. Aber Vorsicht vor Überbehütung: wenn die Eltern alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen und damit verhindern, dass sich das Kind Herausforderungen stellt, verhindern sie eine Ausprägung von Resilienz.

Kindheit ist jedoch nicht alles: auch im späteren Leben kann jeder Resilienz erwerben und stärker werden. Ermutigend ist es, dass besonders wenig resiliente Menschen am ehesten an ihrer Persönlichkeit arbeiten können, wenn sie es wollen. Die resilienten Menschen hingegen ändern ihre Persönlichkeit weniger schnell. Sie schaffen sich nach einem Tief meist schnell wieder eine stabile Situation und sind generell zufriedener, was eine Veränderung seltener nötig macht.

Die Autoren heben hervor, dass Resilienz nur wachsen kann, wenn man sich regelmäßig Herausforderungen stellt. Denn nur so erfährt man, dass man schwierige Situationen meistern und im Ernstfall Krisen bewältigen kann. Denn Resilienz ist auch eine Strategie, wie man mit Schwierigkeiten umgeht. Und diese muss immer wieder neu erprobt und an die jeweilige Situationen neu angepasst werden, um geschult zu sein, wenn dann unbekannte Situationen auftauchen. Aber man sollte sparsam mit seinen Kräften umgehen, sich nicht zu viel Stress zumuten. Hier wird auch betont, dass Stress die psychische Widerstandskraft besonders schwächt.

Das Buch beschreibt eingehend, wie sehr wir von Umwelt und Erziehung geprägt wurden. Es betont aber auch, dass man sich von diesen Prägungen befreien kann: nichts ist festgeschrieben – eine tröstliche Erkenntnis. Man kann sich nicht nur entwickeln, sondern kann gezielt daran arbeiten, damit man resilient wird und bleibt. Achtsamkeit und Abschalten sind dabei wichtige Begriffe.

So sollte es zur Lektüre von jedem gehören, der sich weiter entwickeln möchte und wissen will, wie er mit schwierigen Situationen und Krisen besser umgehen kann.

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